| 1. Vor
der Operation
Bei der Augmentation der Brust handelt es sich um einen freiwilligen
Eingriff, zu dem Sie sich ganz bewusst entscheiden. Umso wichtiger
ist es für Sie, sich vorab in der Entscheidungsphase gründlich
zu informieren. Die Entscheidung für oder gegen die Operation
ist aber immer Ihre alleinige und ganz persönliche Entscheidung!
Denken Sie daran, dass es sich um einen chirurgischen Eingriff
handelt, bei dem Ihnen selbst der beste Operateur kein 100-prozentiges
Gelingen garantieren wird. Trotzdem ist der Eingriff relativ unkompliziert,
es bestehen aber natürlich die ganz normalen Operationsrisiken,
wie z.B. Narkoserisiko und Infektionen. Das ästhetische Ergebnis
kann durch spezifische Komplikationen wie die Kapselfibrose beeinträchtigt
werden.
Beim Beratungsgespräch sollten Sie sich nicht scheuen, uns
nach unseren Erfahrungen zu befragen. Wir stehen Ihnen ohne Zögern
Rede und Antwort und zeigen Ihnen gerne Bilder von früheren
Patientinnen.
Unser Tipp: Notieren Sie sich vor dem Gespräch alle Ihre offenen
Fragen.
Zu einer gründlichen Voruntersuchung gehört unter anderem
die Frage nach bestehenden Allergien, chronischen Erkrankungen,
der Einnahme gerinnungshemmender Medikamente, der Neigung zu verstärkter
Narbenbildung usw. Bei Frauen über 35 wird heute vor einer
Brustvergrößerung häufig eine Mammographie durchgeführt,
um das Vorhandensein eines Tumors auszuschließen.
Die Operation selbst dauert ungefähr 1 bis 2 Stunden. Die
Operationstechnik wird zum einen vom Ausgangsbefund und zum anderen
von Ihren individuellen Wünschen bestimmt.

2. Ausgangsbefunde
Zu den typischen Ausgangsbefunden gehören:
- anlagebedingt kleine Brüste (Mammahypoplasie)
- abnorm kleine, kaum entwickelte Brüste (Juvenile Mikromastie)
- normal große Brüste, die mehr Volumen bekommen
sollen
- zu kleine Brüste nach deutlicher Gewichtsabnahme
- altersbedingt hängende Brüste (Ptosis)
- schlauchförmige Brüste (tubuläre Brust)
- unterschiedlich große Brüste (Asymmetrie)
- die anlagebedingte, einseitige Unterentwicklung einer Brust
(z. B. Poland Syndrom)
Symmetrische Brüste und eine möglichst unsichtbare Narbe
sind die Wünsche, die bei allen Frauen gleich sind, die sich
zu zu einer Brustvergrößerung entschlossenen haben.
Unterschiedliche Vorstellungen ergeben sich hingegen bezüglich
der Form und Größe der "neuen" Brust. Während
ein großer Teil der Patientinnen eine eher moderate Vergrößerung
mit weiterhin natürlicher Form anstrebt, wünschen sich
andere ein ausgeprägtes Dekolleté oder eine stark vergrößerte
Brust.

3. Zugangswege
Prinizipiell stehen für alle Augmentationen folgende Hauptzugänge
zur Verfügung:
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Der trans- oder periareoläre
Zugang hat den Vorteil einer sehr unauffälligen
Narbe, birgt aber das Risiko, die Stillfähigkeit verlieren
und Sensibilitätsstörungen verursachen zu können.
Die axilläre Inzision ist geeignet für
Frauen, die die Narben nicht in Brustnähe haben wollen.
Jedoch limitiert dieser Zugang die Implantatgröße
und schränkt die Formauswahl ein, da sich anatomische
Implantate schwerer positionieren lassen.
Der submammäre Zugang in der Brustfalte gewährleistet
eine gute Übersicht über das Operationsfeld, ist
geeignet auch für große Implantatgrößen
und für alle Formen und ist deshalb der am häufigsten
gewählte Zugang.
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Nach der Inzision wird Ihr Arzt
eine Tasche für die Platzierung des Implantats präparieren,
d.h. er schafft einen Raum, in dem das Implantat liegen wird
und der dessen Größe angepasst sein muss. Diese
Tasche kann entweder über (subglandulär) oder unter
dem großen Brustmuskel liegen (submuskulär). Auch
hier hat jede Variante Vor- und Nachteile, die wir Ihnen gerne
erläutern. |
| subglandulär |
submuskulär |
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Bei stark hängenden Brüsten kann zusätzlich zur
Einlage eines Implantats eine Straffung der Brust nötig sein.
Durch die Entfernung von Haut und die eventuelle Neuplatzierung
der Brustwarzen entstehen dabei längere Narben als bei einer
reinen Vergrößerung. Sehen Sie hierzu auch unter dem
Thema Brustreduktion nach.

4. Implantattypen
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Silikon - eine ganz natürliche
Entscheidung
Silikon-Implantate der neuen Generation sind absolut unbedenklich
und ähneln der natürlichen Gewebestruktur desMenschen.
In unserer Klinik verwenden wir nur qualitativ hervorragende
Gel-Implantate von international führenden Herstellern,
die mit einem EU-Gütesiegel versehen sind. |
Silikon-Implantat
"Runde Form" |
Silikon-Implantat
"Tropfenform" |
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Die früher verfügbaren Hydrogelimplantate sind jetzt
nicht mehr verfügbar, da es keine ausreichenden Untersuchungen über
ihr Langzeitverhalten und eventuelle Wechselwirkungen zwischen
Hülle und Füllung gab. Bei sojaölgefüllten
Implantaten zeigte sich, dass die Füllung nicht stabil war
und nach gewisser Zeit umgebaut wurde. Bei diesem Umbau werden
Stoffe gebildet, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein.
Silikongelgefüllte Implantate sind in Deutschland und Europa
der meistverwendete Implantattyp sowohl für die Augmentation
als auch die Rekonstruktion. Stand der Technik ist das Implantat
mit hochquerver-netzter Silikongelfüllung , bei dem einerseits
das Silikongel durch die Quervernetzung seine anatomische Form
behält, und andererseits durch eine sogenannte „Memory“-Funktion
bei Verformung wieder in die ursprüngliche Form zurückkehrt.
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Die so ausgestatteten Implantate
laufen selbst bei einer Verletzung der Hülle nicht aus
und sind sogar schnittfest.
Oberflächen stehen in glatt, texturiert oder MikroPolyurethanSchaum
(MPS)-beschichtet zur Verfügung. Der Hintergrund, Oberflächen
zu modifizieren, liegt in der Antwort des Körpers auf
Fremdkörper.
Als ganz natürliche Reaktion bildet der menschliche
Organismus um jeden grösseren Fremdkörper eine
Bindegewebskapsel. Im weiteren Verlauf dieser Reaktion kann
sich diese Kapsel zusammenziehen (kontrahieren), so dass
eine Verformung des Implantats und u.U. eine schmerzhafte
Verhärtung resultieren. Dies wird Kapselfibrose genannt.
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Die Neigung der Bindegewebskapsel zu kontrahieren, wird wesentlich
durch die Orientierung der Gewebsfasern, aus denen sie besteht,
beeinflußt. Je regelmäßiger die Fasern angeordnet
sind, um so größer ist das Risiko für eine Kapselfibrose.
Um die Bildung einer Kapsel mit regelmäßig angeordneten
Fasern um das Implantat zu vermeiden, wird die Oberfläche
durch Texturierung der Hülle modifiziert. Hierdurch werden
die Fasern der Kapsel in ihrer Orientierung gestört und können
sich nicht linear an das Implantat anlagern. Dadurch können
sich die Fasern nicht oder nur schlecht zusammenziehen.
Fibroseraten von über 50 % können so auf unter 3 % gesenkt
werden.

5. Nach der Operation
Zur Vermeidung von Hämatomen oder Seromen ist es wichtig,
auf den operierten Bereich Kompression auszuüben. Dies gelingt
am besten durch das Tragen von Kompressionsbustiers.
Nur sie verhindern durch ihr enges Anliegen und den Druck, den
sie auf das Gewebe ausüben, dass sich zwischen Implantat und
Gewebe Lymphe oder Blut ablagern kann. Dies kann ansonsten zu Narbenbildung,
einer erhöhten Kapselfibroserate und schlechter Einheilung
der Implantate führen.
Aus dem gleichen Grund verbleiben die Wunddrainagen nach der Operation
noch für einige Zeit, so dass überschüssiges Serum
und Blut abfliessen können und der Heilungsprozess beschleunigt
wird.
Ihr behandelnder Arzt verabredet mit Ihnen die Termine zur Nachuntersuchung
und bespricht alle relevanten Themen. Zögern Sie nicht, alle
Fragen zu stellen, die Ihnen einfallen.

6. Sicherheit von Silikon
Was ist Silikon?
In der Medizin wird Silikon in einer Vielzahl von Produkten verarbeitet:
z. B. Sonden, Katheter, Beschichtung von Punktionsnadeln und
Herzschrittmachern, Handschuhe und Wundauflagen. In der Weichteilchirurgie
werden Implantate zur Körperkonturkorrektur verwendet.
Das erste Verfahren zur Herstellung von Silikonpolymeren wurde
1958 patentiert.
In der Sprache der Chemiker ist Silikon ein Polydimethylsiloxan,
das als Silikonelastomer, Silikongel und als Silikonöl hergestellt
wird.
In Silikonen sind Sauerstoff und Silizium in der gleichen Weise
miteinander verknüpft wie bei Steinen und Glas. Zusätzlich
sind Methylgruppen an die Siliziumatome gebunden. Außer pyrogener
Kieselsäure - (amorphes Silica) - als stabilitätserhöhendes
Füllmaterial enthält Silikon keine weiteren Zusätze,
insbesondere keine Weichmacher. Somit steht ein stabiles, chemisch
sauber definiertes Implantationsmaterial zur Verfügung.
Wie lange hält ein Implantat?
Für ein einzelnes Implantat lässt sich diese Frage nicht
beantworten, da jeder Organismus individuell auf einen Fremdkörper
reagiert. Grundsätzlich können nur statistische Daten
aus medizinischen Studien gewonnen werden. Die verlässlichsten
Daten stammen dabei aus Studien, bei denen Implantate untersucht
wurden, die aus verschiedensten Gründen wieder explantiert
wurden. Diese Untersuchungen ergaben eine duchschnittliche Haltbarkeit
von mehr als 10 Jahren. Die kontinuierliche Verbesserung der Implantate
lässt eine verlängerte Haltbarkeit der modernen Implantate
erwarten. Dennoch sollten sich besonders jüngere Frauen bewusst
sein, dass bei jedem Implantattyp und jeder Implantatmarke die
Notwendigkeit eines Implantataustauschs möglich ist. Halbjährlich
bis jährlich sollte das Implantat von Ihrem behandelnden Arzt
kontrolliert werden.
Implantatpaß und Dokumentation
Nach Einlage der Implantate erhalten Sie von Ihrem Arzt einen Implantatpaß.
Diesen sollten Sie stets bei sich führen, damit jederzeit
Implantattyp und -größe feststellbar sind. Bitte weisen
Sie Ihre behandelnden Ärzte zu Ihrer eigenen Sicherheit auf
Ihre Implantate hin.
Werden Tests zur Sicherheit der Implantate durchgeführt?
Ja. Seit vielen Jahren wird die Sicherheit und Zuverlässigkeit
der Implantate konstant belegt. Das Sicherheitsprofil beruht auf
der Erfahrung aus 35 Jahren.
Europaweit sind durch die Medizinprodukterichtlinie und Normen
klare Anforderungen an diese Produkte festgelegt. Werkstoffe, Produktentwicklung,
Herstellung, Sterilisation und Verpackung unterliegen strikten
Regelungen.

7. Mögliche Komplikationen
Beeinflussen Brustimplantate die Brustkrebshäufigkeit?
In großen Studien wurde festgestellt, daß Implantatträgerinnen
nicht häufiger als Frauen ohne Implantate an Brustkrebs erkranken.
Ein Brustimplantat hat keinen Einfluß auf die Entstehung
von Brustkrebs. Weder beim Menschen noch im Tierversuch wurde aufgrund
von glattwandigen, texturierten oder MikroPolyurethanSchaum (MPS)-beschichteten
Implantaten Krebs beobachtet. In der Wissenschaft werden jedoch
theoretische Risiken diskutiert.
Besteht durch Implantate ein größeres Risiko für
Autoimmunerkrankungen?
Nein! Bis heute ist kein Zusammenhang zwischen silikongelgefüllten
Implantaten und Autoimmunerkrankungen nachgewiesen.
Kann Silikongel durch die Implantathülle gelangen?
Im Gegensatz zu früheren Implantatgenerationen sind aufgrund
der verbesserten Implantathüllen und einer veränderten
Gelkonsistenz nur noch geringste Spuren des Gels innerhalb der
Bindegewebskapsel um das Implantat auffindbar.

8. Kontrolluntersuchungen
Der Sie behandelnde und langfristig betreuende Arzt der Klinik
mednord wird mit Ihnen die Kontrollintervalle festlegen.
Wir empfehlen nach Augmentation Nachfolgeuntersuchungen nach
1 Monat, dann nach 3, 6 und 12 Monaten, anschließend halbjährlich
bis jährlich.
Krebsvorsorge mit Implantaten ist möglich. Mit einer speziellen
Technik, der Eklund-Technik, wird die Mammographie bei Brustimplantatträgerinnen
durchgeführt. Moderne bildgebende Verfahren - Sonographie,
Kernspintomographie oder Computertomographie - unterstützen
das rechtzeitige Auffinden einer Geschwulst.

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